Über das Hanseatische Museum und Schötstuben

Das Hanseatische Museum liegt im Finnegården und befindet sich zur Zeit unter umfangreicher Restaurierung. In der Zwischenzeit stellen die Schötstuben die Hauptarena des Museums dar. Der Besitzer des Gebäudes im Finnegården war ein kulturinteressierter Mann namens Johan W. Olsen. Er erkannte, dass der altehrwürdigen Kultur von Bryggen das Verschwinden drohte, und machte es sich darum zur Aufgabe, alle Dokumente und Gegenstände von Bryggen, die er in die Hände bekommen konnte, zu sammeln. Die Einrichtung des Finnegården war in groben Zügen original und die dortigen Gegenstände stammten sowohl aus dem 18. als auch dem 19. Jahrhundert. Das heutige Museum vermittelt darum nicht ein exaktes Bild eines Gebäudes von Bryggen zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern gibt mehr einen Eindruck davon, wie die Häuser von Bryggen ausgesehen haben könnten.

Das Hanseatische Museum im Finnegården wurde 1872 gegründet. Man sagt, dass es am 26. Juli des gleichen Jahres eröffnet wurde, als König Oscar II Bergen und das Museum besuchte. Der Grundleger war Johan W. Olsen, Kaufmann und Händler von Waren aus Nordnorwegen. Die Basis für das Museum war eines der Gebäude von Finnegården, das ihm selbst gehörte. Finnegården wurde unmittelbar nach dem verehrenden Feuer von 1702 aufgebaut. Bereits zu diesem Zeitpunkt war Finnegården eines der am besten erhaltenen Gebäude von Bryggen in dem u.a. viel der wandmontierten Einrichtung erhalten war. Das Inventar war eine Mischung aus Gegenständen aus dem 18. und dem frühen 19. Jahrhundert.

Nach dem Tod von Olsen, übernahm dessen Sohn Christian Koren Wiberg die Leitung des Museums, bis es 1916 von der Kommune Bergen erworben wurde. Koren Wiberg wurde der erste Museumsdirektor. Er erbrachte eine beachtliche Leistung, um das Museum funktionell und beliebt zu machen.

Die Schötstube von Dramshusen wurde ab den 1880ern im Museum von Bergen gelagert. 1917 erhielt die Kommune Bergen die zu Bredgården gehörige Schötstube. In den Jahren 1937-38 verwirklichte man den Wiederaufbau dieser Schötstuben zusammen mit dem Bau einer Kopie der Schötstube von Svensgården und der Rekonstruktion der Schötstuben von Jakobsfjorden und Bellgården.

1979 wurde Finnegården zusammen mit dem Rest der ältesten Gebäude von Bryggen auf die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Die Kommune Bergen hatte bis zur Übernahme durch die Stiftung Museum Vest im Jahre 2005 die Verantwortung für den Betrieb des Hanseatischen Museums und Schötstuben. Die Gebäude und die Sammlungen befinden sich immer noch in kommunalem Besitz.